Wirtschaft

Machtübernahme der Investmentbanker bei der Deutschen Bank – Anshu’s Army stürmt den Vorstand

Der Top-Investmentbanker und künftige Co-Chef der Deutschen Bank, Anshu Jain, hat drei enge Vertraute in den Vorstand der Bank geholt. Der erweiterte Vorstand (GEC) soll künftig von zwölf auf 17 Manager ausgedehnt werden. Zudem wurde nun bekannt, dass Christian Ricken, Vorstandsmitglied der Tochter Deutsche Bank Privat- und Geschäftskunden AG, ebenfalls in den GEC einziehen wird. Er wird künftig neben Vorstandsmitglied Rainer Neske das Privatkundengeschäft vertreten und vor allem die Integration der Postbank vorantreiben. Risikochef Hugo Bänziger und Personalvorstand Hermann-Josef Lamberti hingegen dürften den Vorstand verlassen. Bänzinger war zuvor sogar für die Nachfolge von Ackermann gehandelt worden. Die Deutsche Bank bekräftigte jedoch ihre Linie, dass sie solche „Marktgerüchte“ grundsätzlich nicht kommentieren werde.

Anshu Jain wird zusammen mit Jürgen Fitschen ab Ende Mai die Führung der Bank von Josef Ackermann übernehmen. Nach bekanntwerden der neuen Personalien hatten Kritiker bemängelt, es würde sich um eine Machtübernahme der Investmentbanker handeln, die intern als „Anshu’s Army“ bezeichnet werden. Auch der Betriebsrat äußerte heftige Kritik. Konzernbetriebsratschef Alfred Herling kritisierte besonders den Plan, die Position des Arbeitsdirektors mit dem Investmentbanker Stephan Leithner zu besetzen. Das neue Personalkarussell werfe die Frage auf, ob das vom bisherigen Bankenchef Josef Ackermann eingeschlagene Konzept einer Balance zwischen der Investmentbanking-Sparte und dem klassischen Bankgeschäft weiterhin bestand haben würde.
(mb)

 

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