Wirtschaft

Manroland: Aufspaltung möglich, Kaufinteressenten vorhanden

Ende letzter Woche hat das Augsburger Traditionsunternehmen Manroland (Druckmaschinen) Insolvenz angemeldet. Verhandlungen mit einem rettenden Schweizer Investor waren zuvor gescheitert, weil die bisherigen Eigentümer Allianz (65%) und MAN (35%) kein weiteres Geld nachschießen wollten: In diesem Jahr droht ein dreistelliger Millionenverlust. Manroland ist mit 6.500 Beschäftigten in Augsburg (Bayern), Offenbach (Hessen) und Plauen (Sachsen) weltweit die Nummer drei der Branche, die zunehmend unter den Druck der digitalen Revolution gerät. Die Nummer Eins der Branche kommt ebenfalls aus Deutschland: die Heidelberger Druck.

Die IG Metall fordert daher auch eine umfassende Lösung für die gesamte deutsche Druckmaschinenindustrie. Ähnlich sieht es auch der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende von Manroland, Jürgen Kerner. Er forderte Wirtschaftsminister Philipp Rösler auf, einen runden Tisch mit dem Ziel eines industriepolitischen Konzepts für die gesamte Branche einzuberufen. „Eine nachhaltige Lösung ist nur mit den beiden anderen großen Druckmaschinenherstellern gemeinsam möglich.“ Neben Heidelberger Druck ist dies Koenig&Bauer.

Insolvenzverwalter Werner Schneider spricht von regem Interesse der Konkurrenz. Aufgrund des überschaubaren Marktes dürfe er jedoch keine Details nennen. Zunächst müsse nun geprüft werden, wie ernsthaft das Interesse sei: „Wir werden in dieser und in der nächsten Woche noch erste Gespräche führen.“ Schneider hat auch eine Aufspaltung von Manroland in die Geschäftsbereiche Zeitungsdruck und Bogenoffset nicht ausgeschlossen. „Eine getrennte Lösung wäre einfacher.“ Schneider will eine Investorenlösung bis zur formellen Eröffnung des Insolvenzverfahrens am 1. Februar präsentieren. Die IG Metall fordert ein Lösungskonzept bis Weihnachten.

 

 

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