Energie & Umwelt

Merkels neuer Atom-Kurs

Der mächtigste deutsche Stromverband will jetzt kürzere Laufzeiten der AKW im Lande. Vor einem halben Jahr war derselbe Verband noch für längere Laufzeiten. An der Spitze des Verbands steht Hildegard Müller, früher Bundesvorsitzende der Jungen Union und bis vor drei Jahren Kanzleramtsministerin bei Angela Merkel und eine ihrer Vertrauten.

 

Kurz bevor der BDEW (Bundesverband der Deutschen Energie- und Wasserwirtschaft) seine überraschende Kehrtwende einleitete, hatte Hildegard Müller im Kanzleramt Angela Merkel getroffen. Man darf also vermuten, dass sich die beiden Frauen in der Ausstiegfrage abgesprochen hatten.

 

Die Spitze des BDEW beschloss nun, dass Deutschland bis 2023, vielleicht schon bis 2020, atomstromfrei sein soll. Müllers Kurs, mit Merkel abgestimmt, ist ein Hinweis darauf, dass auch die Kanzlerin ihren Kurs korrigieren und in etwa zum Ausstiegsbeschluss von rot-grün zurückkehren wird.

 

Die frühere rot-grüne Bundesregierung hatte beschlossen, dass 2022 das letzte deutsche AKW vom Netz gehen soll – dieser sogenannte Atomkonsens war vor 10 Jahren auch von der Atomindustrie unterschrieben worden. Das wird die „Energiewende mit Augenmaß“, von der Angela Merkel jetzt spricht.

 

Quelle: © Franz Alt 2011
 

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