Wirtschaft

Niedriglohn: Geringverdiener arbeiten deutlich mehr als Normalverdiener

Nach einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) arbeitet jeder vierte Geringverdiener mit Vollzeitjob im Schnitt 50 Stunden oder mehr pro Woche, das sind ca. 900.000 Menschen. Zu diesen Berufsgruppen gehören bspw. Lagerarbeiter, Kellner oder auch Kraftfahrer.

"So lange Arbeitszeiten wie bei den Niedriglöhnern gibt es ansonsten nur am oberen Ende der Einkommensskala, also bei Gutverdienern in Vollzeit", sagte Studienautor Karl Brenke der Berliner Zeitung. Gleichzeitig forderte er mehr Engagement von Seiten des Gesetzgebers. Dieser müsse kontrollieren, ob die von ihm beschlossenen Vorschriften auch eingehalten werden. Bei Kraftfahrern, die sehr oft extrem lange hinterm Steuer sitzen, geschehe dies. Im Gastgewerbe, wo Kellner oder Köche ebenfalls häufig sehr lange im Einsatz sind, werde dagegen seltener kontrolliert.

Als Geringverdiener gelten Arbeitnehmer, die weniger als zwei Drittel des mittleren Stundenlohns erhalten. Diese Grenze lag im Jahr 2010 bei 9,26 Euro brutto. Im Durchschnitt arbeiten Vollzeitkräfte 43 Stunden pro Woche, bei den Geringverdienern liegt dieser Wert bei 45 Stunden.

Nach Angaben des DIW erhielten 2010 rund 22% aller Arbeitnehmer einen Niedriglohn. Zu dieser Sparte gehören u.a. für die eine Lehre oder ein Hochschulabschluss nötig sei. Zu diesen Beschäftigten gehörten etwa Verkäufer, Arzthelfer, Bäcker, Berufe im Gastgewerbe, Friseure und Pflegekräfte.

(sm)

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