Wirtschaft

Olympus will nach Bilanzskandal 170 Mio. Euro von 19 Managern zurück

Im November 2011 war der riesige Bilanzskandal des japanischen Kamera- und Medizintechnikherstellers Olympus ans Licht gekommen. Seit den 1990er-Jahren waren angehäufte Investment-Verluste in der Höhe von rund 1,38 Mrd. Euro mit Hilfe von Übernahmen verschleiert worden. Zwischen 2000 und 2009 sind zudem 4,9 Milliarden Dollar, meist für Beratungshonorare, nicht in den Bilanzen aufgetaucht. Allein bei der Übernahme des britischen Medizintechnik-Spezialisten Gyrus wurden einem einzigen Finanzberater insgesamt 687 Millionen Dollar gezahlt, ein Drittel des Übernahmepreises von 1,92 Milliarden Dollar. Der Mann ist inzwischen nicht mehr auffindbar und muss sich mittlerweile auch vor dem FBI versteckend, da die Beraterfirma einen Sitz in den USA hat. Zwischenzeitlich wurden sogar Spekulationen darüber geäußert, ob nicht ein Großteil der Gelder an die mächtige japanische Mafia, die Yakuza, geflossen ist.

Am Sonntag hat das Unternehmen nun eine Klage gegen 19 frühere und amtierende Manager wegen Vertuschung der gewaltigen Verluste eingereicht, darunter auch gegen den Firmenpatriarch und ehemaligen Präsidenten Tsuyoshi Kikukawa. Die Manager sollen von den betrügerischen Aktivisten gewusst haben oder daran beteiligt gewesen sein. Olympus fordert von ihnen nun 170 Millionen Euro zurück, davon allein 37 Millionen Euro von Kikukawa.

 

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