Energie & Umwelt

Pilotanlage zur Reinigung des kontaminierten Abwassers von Eisenerzminen

Siemens hat zusammen mit der Technischen Universität Bergakademie Freiberg eine Pilotanlage zur Reinigung des kontaminierten Abwassers von Eisenerzminen entwickelt. Die Testanlage ist bereits in einer Kupfermine in Chile installiert. Die Minenbetreiber können damit das gereinigte Wasser wieder verwenden, wodurch der hohe Wasserverbrauch der Minen gesenkt werden kann. Eisenerzminen verbrauchen pro Tag zehntausende, zum Teil sogar über hunderttausend Kubikmeter Wasser pro Tag. In Chile wird beispielsweise das benötigte Wasser in Meeresentsalzungsanlagen gewonnen und zu den Minen in 3.000 Metern Höhe gepumpt. Die Minenabwässer sind dabei teilweise stark säurehaltig, was auch zur Auswaschung von Metallen beiträgt und die Restwasserseen entsprechend kontaminiert. Durch die Innovation soll der Prozess der Erzgewinnung somit insgesamt umweltfreundlicher werden. Da vielen Minen zudem das benötigte Wasser für eine Ausweitung der Produktion fehlt, könnten entsprechende Aufbereitungsanlage auch in diesem Punkt Abhilfe schaffen.

Das Forscherteam hat für die Pilotanlage nun ein von Siemens bereits erprobtes Verfahren der Trinkwasseraufbereitung auf den Bergbau weiterentwickelt. In der mobilen Pilotanlage durchläuft das kontaminierte Wasser zwei Reinigungsstufen: Ein Mikrofilter entfernt in der ersten Stufe Partikel, die größer als ein tausendstel Millimeter sind. Im zweiten Schritt der Nanofiltration wird das Wasser dann durch eine Membran mit Nanoporen geführt, welche die Schadstoffe abtrennt. Die Aufbereitungsanlage erzeugt Wasser höchster Qualität und ein kontaminiertes Konzentrat, das gesondert entsorgt werden muss. Die Pilotanlage kann allerdings nur knapp 100 Kubikmeter Wasser pro Tag reinigen. Die gewonnen Daten dienen jedoch als Grundlage für das Design der eigentlichen kommerziellen Reinigungsanlage, die in Kürze folgen soll.
(mb)

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.