Wirtschaft

Prozess gegen Börsenbriefherausgeber wegen Kursmanipulation

Der Prozess um manipulierte Aktienkurse gegen zwei Herausgeber eines Börsenbriefes und zwei ehemalige Funktionäre der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) hat vor dem Landgericht München begonnen. Der Prozess begann mit „dem kleinsten Fisch“ der vier Angeklagten, so sein Anwalt. Die drei anderen Angeklagten befinden sich seit einem Jahr in Untersuchungshaft, ihr Prozess wird Ende Januar beginnen.

Der jetzt vor Gericht stehende 47-jährige gilt als Handlanger des Hauptangeklagten, den anderen Herausgeber des Börsenbriefes. In dem Börsenbrief wurden Aktien beworben, die die Angeklagten zuvor billig eingekauft hatten (Pennystocks). Die Kurse stiegen darauf hin meist zweistellig, bevor sie dann wieder einbrachen. Die Angeklagten realisierten dadurch hohe Gewinne, während die Anleger meistens Verluste machten. Der „Handlanger“ hatte jedoch nur einen kleinen finanziellen Vorteil: Sein größter Coup war der Gewinn von 5.000 Euro bei der Manipulation der CineMedia Aktien. Dafür erhielt er auch 17 000 Euro Gewinnbeteiligung von dem Hauptangeklagten. Dieser hatte an dem Deal fast 600.000 Euro verdient. Der 47-jährige wird wegen seiner eher kleineren Rolle sowie für sein Geständnis mit einem relativ milden Urteil von bis zu zwei Jahren auf Bewährung und einer noch unbekannten Geldstrafe rechnen können. Die zwei ehemaligen Funktionäre der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK), darunter der frühere SdK-Vize Markus Straub sollen öffentlich angebliche Bilanztricks bei dem Bezahldienstleister Wirecard angeprangert und zugleich auf den fallenden Kurs der Aktie spekuliert haben. Die Verwicklung der Aktionärsschützer sorgte in Aktionärskreisen für Empörung.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.