Wirtschaft

Rat der Wirtschaftsweisen fordert Plan B in der Schuldenkrise

Die fünf Wirtschaftsweisen (Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung) haben erstmals gemeinsam zu diesem Thema die Bundesregierung in einem eindringlichen Appell dazu aufgerufen, einen Plan B für die Euro-Schuldenkrise zu entwickeln (abgedruckt in der FAZ). Das „Prinzip Hoffnung“ in der derzeitigen Euro-Krise würde alleine nicht ausreichen. Denn sollte der jetzige Plan, dass die PIGS-Krisenstaaten ihre Schulden in absehbarer Zeit zurückzahlen nicht aufgehen, drohe eine uneingeschränkte gemeinsame Haftung im Euro-Raum für alle Staatsschulden oder ein Auseinanderbrechen der Währungsunion. In der Folge müssten immer größere staatliche Stützungsprogramme durch die Gemeinschaft aufgelegt werden, was zu einer überproportionalen Belastung der finanziell gesunden Länder führen würde.

Beides gelte es zu verhindern, wofür rechtzeitig ein entsprechender Notfallplan B ausgearbeitet und dann auch präsentiert werden müsste. Konkret schlagen die Wirtschaftsweisen einen Teilschuldenerlass für Griechenland vor, damit das Land seine finanzielle Stabilität und Handlungsfähigkeit zurückgewinnen kann. Ein Schuldenschnitt auf die ausstehenden Anleihen um rund 50% würde der Schuldenstand von 160% auf etwa 106% absinken lassen. Parallel empfiehlt der ökonomische Sachverständigenrat, den Schuldenschnitt mit einem Tauschangebot zu kombinieren, womit private Investoren ihre griechischen Anleihen in solche des Euro-Rettungsfonds EFSF tauschen können.

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