Roland Berger sieht eine Ende der chinesischen Niedriglohnproduktion

Jan 5 2012 • NützlichesKeine Kommentare

Laut einer aktuellen Studie des Beratungsunternehmens Roland Berger steht China vor umwälzenden Veränderungen. Demnach sei ein „Ende des chinesischen Niedriglohn-Fertigungszyklus“ absehbar. Schon jetzt sei der chinesische Anteil am Weltmarkt in einigen Industriebereichen, wie der beispielsweise der Textilbranche, rückläufig.

Grund sei vor allem das enorme demographische Problem aufgrund der Ein-Kind-Politik des Landes. Während immer mehr Chinesen in den Ruhestand gehen, werde die Erwerbsbevölkerung bis 2030 um 10%, also rund 100 Millionen Menschen, zurückgehen. Zusammen mit der Entwicklung, dass immer weniger Chinesen vom Land in die Städte ziehen, führe dies zu einem steigenden Arbeitskräftemangel, was höhere Löhne zur Folge haben wird. So sind die Gehälter in China seit 1999 bereits um 258% gestiegen – oftmals begleitet von Streiks und Arbeiterunruhen.  Belastend würden auch die Inflations- und Wechselkursrisiken wirken, sowie die steigenden Transport- und Exportkosten aufgrund des teurer werdenden Erdöls. Dadurch dürften die Produktionskosten in China in dem Zeitraum 2010 bis 2015 insgesamt um rund 75% steigen.

Zusammengenommen urteilt Roland-Berger-Berater Thomas Wendt: „Viele Unternehmen suchen daher schon in Nachbarländern wie Vietnam nach einer jüngeren und zuverlässigeren Belegschaft, günstigeren Handelsbeziehungen sowie niedrigeren Produktionskosten.“ Ausländischen Konzernen mit Produktionsstandorten in China wäre daher angeraten, so die Studie, „ihre Fertigungsstrategie in China zu überdenken“. Vorerst würde China jedoch weiterhin interessante Kosteneinsparmöglichkeiten, wie etwa steuerliche Anreize und Preisnachlässe beim Grundstückskauf, bieten.

Die Studie „The End of the China Cycle“ von Roland Berger steht hier zum Download bereit.

 


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