Wirtschaft

Roland Berger will eigene europäische Ratingagentur gründen

Nach der gestrigen Ankündigung der EU-Kommission, die Branche der Ratingagenturen stärker regulieren zu wollen, um die Marktmacht der großen drei (Moody’s, S&P, Fitch) zu brechen, hat nun die Unternehmensberatung Roland Berger angekündigt, eine Konkurrenz-Ratingagentur gründen zu wollen. Roland Berger rechnet dabei mit einem raschen Abschluss der Investorensuche noch im ersten Quartal 2012. Als Investoren werden Börsenbetreiber, Banken und andere Partner gesucht. Eine entsprechende Idee hatte Roland Berger erstmals bereits im Juni 2011 geäußert. Im August legte dann Roland Berger mit einer Studie nach, die die gegenseitigen Verflechtungen der großen drei Ratingagenturen belegt, die zusammen 95% des Weltmarktes beherrschen. Demnach werden Moody’s zu 48% und S&P zu 38% von denselben Großaktionären kontrolliert.

Laut dem verantwortlichen Roland-Berger-Partner Markus Krall soll die neue europäische Ratingagentur dann ihre Produkte nicht an Emittenten von Wertpapieren, sondern an Wertpapier-Anleger verkaufen. Das Geschäftsmodell würde sich somit von dem der etablierten Ratingagenturen grundlegend unterscheiden, bei dem die Auftraggeber wie Unternehmen und Länder auch die Kosten für die eigene Bewertung tragen. Hierfür hofft Krall auf Rückendeckung von der EU-Kommission, da es bislang für Investoren keinen Grund gebe, für Ratings zu bezahlen. „Das geht nur über Regulierung, weil für die Marktteilnehmer sonst der Anreiz fehlt.“
 

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