Wirtschaft

Russischer Milliardär will „News of the World“ zum Antikorruptionsblatt ausbauen

Der russische Milliardär und Geschäftsmann Alexander Lebedew, der bereits seit über einem Jahr die britische Zeitung „The Independent“ besitzt, will offenbar nun auch die im Zuge des Abhörskandals um Rupert Murdochs Medienimperium geschlossene Zeitung „News of the World“ kaufen. Er wolle die Traditionszeitung dann dazu nutzen, die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf Korruptionsfälle und Rechtsverletzungen im Milieu der Wohlhabenden und Einflussreichen zu lenken.  Lebedew: „Ich würde sie gerne kaufen, aber ich glaube nicht, dass meine Taschen zurzeit voll genug sind. (…) Wenn ich aber einen Teil meiner Anlagen verkaufen könnte, würde dies durchaus meinen Interessen entsprechen.“

Lebedew war bis 1992 in leitender Funktionen der Internationalen Abteilung des russischen Geheimdienstes KGB und dessen Nachfolgeorganisation FSB tätig. Er war dabei am Finanzplatz London eingesetzt, um die Kapitalflucht aus Russland zu bekämpfen. Dadurch konnte er einen guten Einblick in das westliche Finanzwesen gewinnen. 1995 kaufte er die damals kleine, in finanzielle Schwierigkeiten geratene National Reserve Bank und machte sie in kurzer Zeit zu einer der größten russischen Banken. Die National Reserve Bank war außer der Alfa Bank die einzige der zehn größten russischen Banken, die die Finanzkrise von 1998 in Russland überlebte. Das Forbes Magazine listete ihn im Mai 2008 mit einem Vermögen von 3,1 Milliarden US-Dollar auf Rang 358 der Liste der reichsten Menschen der Welt.

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