Wirtschaft

Serbien will sich mit militärischen Friedenseinsätzen in die EU kämpfen

Serbien besitzt seit der Jahrtausendwende den Status eines potentiellen EU-Beitrittskandidaten und hat sich im Dezember 2009 offiziell um eine EU-Mitgliedschaft beworben. Mit der Auslieferung des mutmaßlichen Kriegsverbrechers Mladic Anfang des Monats und der kurz darauf begonnen Intensivierung der Beziehungen zu dem Nachbarland und der ehemaligen Provinz Kosovo ebnete Serbien den Weg für einen Beginn der Beitrittsverhandlungen (wahrscheinlich ab Anfang 2012). Nun will das Land, das 1999 im Zuge des Jugoslawienkrieges von den NATO-Truppen massiv bombardiert wurde, an der Seite der EU und der UN aktiv an militärischen Friedensmissionen teilnehmen, um seinen „vollen Beitrag zum Weltfrieden“ zu leisten. Verteidigungsminister Dragan Sutanovac: „Dadurch werden wir unsere Ausrichtung auf die EU-Perspektive Serbiens und die universellen Werte bestätigen. (…) Uns sind die Gefühle aus der Vergangenheit bewusst, wir widmen uns jedoch voll der Zukunft.“ Durch eine Parlamentsentscheidung hatte sich Serbien im Jahr 2007 eigentlich zur militärischen Neutralität verpflichtet. Ökonomisch steht dem Beitritt Serbiens wenig im Weg: Die Wirtschaft ist 2008 um 5,1 Prozent gewachsen, im Krisenjahr 2009 um 3,5 Prozent geschrumpft und 2010 wieder moderat um 1,5 Prozent gewachsen. Für 2011 und 2012 prognostiziert der IWF ein Wachstum von 3-4 Prozent, für 2013 sogar 4,5 Prozent. Die Staatsverschuldung lag Ende 2010 bei 41,8 Prozent des BIP. Neben einem bedeutenden landwirtschaftlichen Potential weist Serbien als Exportgüter vor allem Eisen und Stahl sowie Textilien und Gummiprodukte aus. Problematisch – allerdings aus anderer Perspektive auch eine Chance – ist die zuletzt hohe Arbeitslosenquote von 19,2 Prozent (2010).

 

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