Wirtschaft

Siemens steigt endgültig aus der Atomkraft aus

Siemens sieht sich selbst als „grünen Infrastrukturpionier“, der bei dem Umbau der Welt zu mehr Nachhaltigkeit federführend vorne mit dabei sein will. Nun wurde der sich seit der Atomkatastrophe von Fukushima abzeichnende Ausstieg aus der Atomkraft endgültig beschlossen. Konzernchef Peter Löscher: „Das Kapitel ist für uns abgeschlossen.“ Die Entscheidung sei die Antwort „auf die klare Positionierung von Gesellschaft und Politik in Deutschland zum Ausstieg aus der Kernenergie“. Der Ausstieg aus dem Atom-Joint-Venture mit dem französischen Kernkraftpartner Areva hatte für Siemens noch Vertragsstrafen in der Höhe von 648 Millionen Euro nach sich gezogen. Ein ähnliches Szenario wurde für das vorzeitige Ende des geplanten Joint Ventures mit dem russischen Atomkonzern Rosatom befürchtet. Dieser lässt nun aber Siemens ziehen – und ohne dass die Münchner einen Cent bezahlen müssen. Die beiden Unternehmen haben im Gegenzug stattdessen eine Kooperation „auf anderen Feldern“ vereinbart. So könnte Siemens beispielsweise Dampfturbinen liefern, wie sie auch in anderen, konventionellen Kraftwerken zum Einsatz kommen. Denkbar wäre auch eine Kooperation in der Medizintechnik, etwa bei der Strahlentherapie.

Konzernchef Löscher hat zudem die deutsche Energiepolitik mit der Kehrtwende weg von der Atomkraft ausdrücklich gelobt. Die beabsichtigte Energiewende sei ein „Jahrhundertprojekt“. Das Ziel, bis 2020 mindestens 35% aus Erneuerbaren Energien zu bestreiten sei erreichbar.
 

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