Energie & Umwelt

Streit um 800 Mio. Kapitalerhöhung bei EnBW

Deutschlands drittgrößter Energieversorger EnBW benötigt 800 Millionen Euro zur Bewältigung der Energiewende. Nach dem beschlossenen Atomausstieg soll das Geld in alternative Energien investiert werden. Die Kapitalerhöhung stößt jedoch bei den Großaktionären auf unterschiedliche Resonanz. Der kommunale Zweckverband Oberschwäbischer Elektrizitätswerke (OEW) und das Land Baden-Württemberg halten jeweils 46,5% an dem Energiekonzern, der bislang stark auf Atomstrom gesetzt hatte. Baden-Württemberg hatte vor rund einem Jahr, damals noch CDU-geführt, seinen Anteil für 5 Milliarden Euro von dem französischen Versorger Électricité de France (EdF) zurückgekauft – und seit dem haben die Steuerzahler des Landes bereits eine Milliarde Euro Verlust mit dem Geschäft gemacht.

Im ersten Halbjahr 2011 hat EnBW bei einem Umsatz von 9,4 Milliarden Euro ein operatives Ergebnis (Ebit) von 272 Millionen Euro eingefahren, unterm Strich belief sich das Nettoergebnis auf einen Verlust von 590 Millionen Euro. Zwei der vier EnBW-Atomkraftwerke wurden infolge der Atomkatastrophe von Fukushima vom Netz genommen. Die Schulden des Konzerns belaufen sich auf 8,7 Milliarden Euro. In den nächsten Jahren sollen fünf Milliarden Euro investiert werden, um die Energiewende und den Konzernumbau zu gestalten. Allerdings werden zunächst einmal 800 Millionen Euro Soforthilfe benötigt, damit der Konzern sein noch gutes Kreditrating nicht verliert und die Zinslast somit moderat bleibt.

Der kommunale Zweckverband hat nun angekündigt, notfalls die Kapitalerhöhung auch alleine stemmen zu wollen. Allerdings dürften sich dann auch die Mehrheitsanteile Richtung OEW verschieben. Das wiederum will die Regierung in Stuttgart verhindern. Eine Entscheidung ist noch nicht in Sicht.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.