Energie & Umwelt

Strontium im japanischen Grundwasser – Cäsium im Grünen Tee

Nach Angaben der japanischen Atomaufsichtsbehörde wurde erstmals das gefährliche Strontium nahe des havarierten Atomkraftwerks Fukushima-1 im Grundwasser gefunden. Im Meerwasser nahe des AKWs erreichte der Wert das 240-fache des erlaubten Grenzwertes. Strontium schädigt das Knochenmark und kann Leukämie (Blutkrebs) auslösen. In der rund 370 Kilometer südwestlich von dem Katastrophen-AKW entfernt gelegenen Teeanbau-Provinz Shizuoka wurde zudem erhöhte radioaktive Strahlung in Grünem Tee gemessen. Es wurden 679 Becquerel an radioaktivem Cäsium pro Kilogramm festgestellt, der offiziell zugelassene Grenzwert liegt bei 500 Becquerel. Die Inbetriebnahme einer Anlage zur Dekontaminierung des verseuchten Wassers innerhalb der Reaktoren verzögert sich indes aufgrund technischer Mängel weiter. Es seien Wasserlecks aufgetreten, die möglicherweise auf verstopfte Rohre hindeuten würden. Mit der neuen Anlage sollen die Tausende Tonnen radioaktiv verseuchten Wassers gereinigt werden, die zum Kühlen der Reaktoren in die zerstörten Reaktorgebäude gepumpt worden sind. Das hochgradig verseuchte Wasser behindert nun die Arbeiten zur Instandsetzung der ausgefallenen Kühlsysteme. Bislang wurden seit dem Reaktorunglück im Zuge der Erdbebenkatastrophe vom 11. März bereits 3.700 Arbeiter zu den Reparaturarbeiten im AKW Fukushima eingesetzt. Sechs von ihnen sollen dabei einer Strahlenmenge ausgesetzt geworden sein, die das Doppelte des erlaubten Grenzwertes von 250 Millisievert pro Jahr überschreitet. Allerdings hat der Betreiber Tepco der Regierung bislang nur die vorläufigen Messergebnisse von lediglich rund 2.400 der Männer übermittelt.

 

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