Management

Studie: Boni verschlechtern Teamleistung und schaden dem Unternehmen

Eine im „Management Science“ veröffentlichte Studie des Wirtschaftsethikers und Unternehmensentwicklers Bernd Irlenbusch (Universität Köln) belegt, dass Bonuszahlungen an die vermeintlich besten Mitarbeiter in der Realität die Teamleistung verschlechtern und den Unternehmen daher insgesamt schaden. Die Experimente zeigten, dass regelmäßig die Kooperation zwischen den Mitarbeitern zusammenbrach, weil alle nur noch den Bonus und somit ihren eigenen Vorteil im Auge hatten. Der Egoismus setzte sich also an die Stelle der Teamarbeit – destruktiv aus der Sicht des Unternehmens. Irlenbusch: „Je höher der Bonus war, desto mehr strengten sich die Mitarbeiter an, aber auch die Sabotage wuchs, und die stieg im Verhältnis stärker an als die Produktivität der Mitarbeiter.“ Ein zweites Experiment zeigte, dass ein insgesamt hoher Festlohn, ohne Aussicht auf Boni, die Sabotage verringerte und die Produktivität steigerte. Hohe erfolgsabhängige Boni erhöhen nicht nur den unproduktiven Egoismus, sondern auch die Risikobereitschaft und kurzfristiges Denken, und gelten als eine der Hauptursachen, die das Finanzdesaster im Vorfeld der Weltfinanzkrise befeuert haben.

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