Energie & Umwelt

Weltgrößte Uranlagerstätte in Indien entdeckt – dennoch keine Autarkie

Indien erzeugt derzeit mit 20 Atomkraftwerken (AKW) eine Gesamtleistung von 4.780 MW. Die geringe Leistung ist vor allem auf die militärische Funktion der AKW zurückzuführen, die vor dem Hintergrund der beständigen politischen Rivalität mit dem Nachbarn Pakistan anfangs in erster Linie der Produktion von spaltbarem Material für Atomwaffen dienten. Allerdings plant Indien mit dem AKW-Komplex nahe Jaitapur mit insgesamt sechs Reaktoren zu jeweils 1.650 MW den größten Nuklearkomplex der Welt. Pikant: Die Region um Jaitapur wurde allein zwischen 1985 und 2005 von 92 Erdbeben heimgesucht, 1993 ereignete sich eine starke Erschütterung mit dem Wert von 6,3 auf der Richterskala, 2008 verschwanden in nur 20 Kilometer Entfernung durch ein Erdbeben mehrere Straßen. In den nächsten Jahren sollen insgesamt 34 Rektoren gebaut werden, um damit die Nuklearkapazität bis 2032 auf rund 64 GW zu steigern (20 GW bis 2020).

Nun haben Geologen in dem indischen Tummalapalle die möglicherweise weltweit größte Uranlagerstätte entdeckt. Bis zu 150.000 Tonnen Uran könnten hier lagern. Alle bisherigen Lagerstätten auf dem Subkontinent zusammen ergeben rund 175.000 Tonnen. Allerdings reichen selbst die neuen Funde nicht aus, um Indiens Importbedarf zur Gänze zu decken. Es bleibe weiterhin eine signifikante Lücke, so dass Uran auch weiterhin importiert werden müsse, so der indische Atomchef. Die Umweltorganisation Greenpeace schätzt, dass die weltweiten Uranvorkommen noch – je nach Entwicklung der Atomindustrie – bis 2026, maximal 2070 reichen werden, bevor sie erschöpft sind. Als wahrscheinlichstes Jahr wird 2050 angenommen.

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