Technologie

Zerstörungsfreie Prüfung von Werkstoffen und Frachtcontainern

Der Münchner Mischkonzern Siemens hat einen kompakten Elektronenbeschleuniger für die zerstörungsfreie Prüfung von Werkstoffen oder Frachtcontainern entwickelt, den Siemens Industrial Linear Accelerator (SILAC), einen Linearbeschleuniger. Das Gerät arbeitet mit einer Spannung von ein bis maximal neun Megaelektronenvolt (MeV), das ist rund hundertmal energiereicher als die in der Medizin eingesetzten Röntgenstrahlen zur bildgebenden Diagnostik. Mit dem leistungsfähigen bildgebenden Verfahren können massive Bauteile aus Metall und anderen Werkstoffen, beispielsweise Rotoren von Windenergieanlagen, Turbinenschaufeln oder Automotoren, auf verborgene Fehlstellen oder Verschleiß überprüft werden. Dabei werden Unterschiede in der Dichte und der Dicke im Material sichtbar gemacht. Die hohe Dichte der Werkstoffe macht dabei auch die deutlich höhere Strahlungsenergie von Nöten als in der Medizin. Siemens entwickelte auch eine kompakte Beschleunigereinheit, die es auch als tragbare Version gibt, bei der die Energie, die Dosis, die Pulslänge und die Pulsfrequenz des Röntgenstrahls stufenlos eingestellt werden kann. So ist der Anwender in der Lage, den Bildkontrast optimal an sein Produkt anzupassen. Das Gerät ist bereits in der Materialprüfung im Einsatz und kann zudem auch für Sicherheitsanwendungen verwendet werden, wie beispielsweise bei der Kontrolle von See- und Luftfracht.
 

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