Wirtschaft

Drogeriemarktkette Schlecker meldet Insolvenz an

Die angeschlagene Drogeriemarktkette ist mit dem Versuch der Sanierung vorerst gescheitert und hat am Freitag angekündigt, Insolvenz anzumelden. Der Geschäftsbetrieb soll aber zunächst unverändert weiterlaufen. Ziel ist es, möglichst viele Filialen und Arbeitsplätze zu erhalten. Die bislang größte deutsche Drogeriemarktkette beschäftigt 30.000 Mitarbeiter in Deutschland und weitere 17.000 im Ausland (Österreich, Spanien, Frankreich, Italien, Tschechien, Polen und Portugal).

Obwohl Schlecker traditionell keine genauen Zahlen zu Gewinn oder Verlust nennt, hat das Deutschlandgeschäft in den letzten drei Jahren rote Zahlen geschrieben. Europaweit wurden 2010 rund 6,55 Milliarden Euro umgesetzt (2009 waren es noch 7,2 Milliarden Euro). Die 3.000 Auslandsfilialen liefen dabei angeblich gut, anders bei den 7.800 Inlandsfilialen, die unterm Strich einen Verlust anhäuften. Nachdem der Versuch der Sanierung über ein Ausbooten der Belegschaft 2009 zu einem herben Imageverlust geführt hatte (mit Leiharbeitern wurde systematisch Lohndumping betrieben und so der Tariflohn von 12,70 Euro auf 6,78 Euro gedrückt), versuchte der Konzern im Sommer 2011 den Turnaround, in dessen Zuge mit bis zu 800 Filialen rund 10% der Geschäfte geschlossen wurden. Mitte Januar 2012 hat Schlecker dann die Schließung von weiteren 600 Filialen angekündigt. Parallel werden zahlreiche Filialen modernisiert und kundenfreundlicher gestaltet. Der Umsatz in den modernisierten Filialen habe bereits zwischen 8 und 30% angezogen. Ziel war bis zuletzt, 2012 wieder zurück in die Gewinnzone zu gelangen.

(mb)

 

ElSchnuppero

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