Wirtschaft

Inflation geht zurück – Volatilität bei Mineralöl der Hauptgrund

Erstmals seit Januar 2011 sind die Verbraucherpreise in Deutschland um 0,1% im Vergleich zum Vormonat gesunken. Dies ist vor allem auf die Preissenkungen für Heizöl und Kraftstoffe zurückzuführen. Der Preisanstieg im Juli hatte noch 0,4% betragen. Damit fiel die jährliche Teuerungsrate auf 2,3%, liegt allerdings immer noch über der Zwei-Prozent-Marke, bis zu der die Europäische Zentralbank (EZB) die Preisstabilität gewahrt sieht. Viele Analysten sehen die Inflation in den nächsten Monaten weiter auf dem Rückzug, da die allmählich schwächelnde Weltkonjunktur die Preise für Rohstoffe und Energie weiter drücken dürfte. Der Höhepunkt der überdurchschnittlich hohen Teuerungsrate sei damit überschritten.

Der Ölpreis gibt derzeit aufgrund der Rezessionssorgen in den USA und den Euro-Schuldenstaaten sowie dem nahen Ende des Bürgerkrieges im ölreichen Libyen sukzessive nach (-3% gegenüber dem Juli). Preisrückgänge bei Lebensmitteln wie Obst, Gemüse aufgrund der Erntesaison entlasten die Verbraucher zusätzlich. Details der Preisentwicklung werden allerdings erst am 9. September bekannt gegeben.

Erst vor wenigen Tagen hatte auch der US-Ökonom und Nobelpreisträger Joseph Stiglitz von der Europäische Zentralbank (EZB) eine Konzentration auf das Wirtschaftswachstum in der Euro-Zone, anstatt eine einseitige Fokussierung auf die Inflationsbekämpfung mittels höheren, die Konjunktur abwürgenden Zinsen gefordert. „Die EZB sollte ihre beiden Zinserhöhungen rückgängig machen“, da die Inflation nicht das drängendste Problem in Europa sei. Die Euro-Zone benötige zur wirtschaftlichen Erholung der Krisenstaaten niedrige Zinsen, in der Folge muss die vor allem durch Rohstoffspekulation getriebene Inflation durch andere Regulierungen, wie sie unter anderem der französische Präsident Sarkozy fordert, gezügelt werden.

ElSchnuppero

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