Technologie

Informationsdienst Technologie und Innovationen: KW 04

ITK-Technologie:
1. Online-Schwarzmarkt für gestohlene Bankdaten analysiert:
2. Internetriesen zum Konzert der Mächtigsten (G8) eingeladen:
3. Neues Glasfaserfasernetz der Telekom kommt unter die Aufsicht der
Bundesnetzagentur:
4. Was wir erleben, ist eine zweite Internet-Revolution: Das Internet wird mobil
5. Verfallsdatums-Software für Bilder in sozialen Netzwerken:
6. Wikileaks-Alternative Openleaks ab Februar in der Testphase:

Forschung und Technik:

7. Neuartige Nanodraht-Textilien als mobiler Stromspeicher für Kleidung:
8. Gegenschalltechnik erobert Alltagsgeräte:
9. Neue Synchrotronstrahlungsquelle in Dortmund eingeweiht:
10. Weltrekord für das schnellste Solarauto:

Wissenschaft:

11. Kilogramm wird neu definiert:
12. Himalaya-Gletscher teilweise mit natürlicher Wärmeisolierung:
13. Größtes Massensterben der Erdgeschichte aufgrund brennender Kohleflöze:

 

ITK-Technologie:

 

Online-Schwarzmarkt für gestohlene Bankdaten analysiert:
IT-Sicherheitsexperten von „PandaLabs“ haben den Internet-Schwarzmarkt für gestohlene Bankdaten und ähnliche Dinge für den finanziellen Betrug recherchiert und analysiert. Der Preis für gestohlene Kreditkarten- und Bankkontendaten hängt dabei von der Höhe des Guthabens ab: Zugriffsdaten auf ein Konto mit 60.000 Euro kosten rund 512 Euro. Geräte zur Herstellung gefälschter Kreditkarten kosten ab 146 Euro, manipulierte Geldautomaten zum Abgreifen von Kontodaten kosten zwischen 2.560-25.600 Euro. Für Geldwäsche werden zwischen 10-40% Provision verlangt. Spammer-Vermietung ist bereits ab rund 11 Euro erhältlich.

 

Internetriesen zum Konzert der Mächtigsten (G8) eingeladen:
Der französische Präsident Nicolas Sarkozy will die Chefs der weltweit wichtigsten Internetunternehmen zum nächsten G8-Gipfel nach Deauville im Mai einladen. Der Gipfel der acht wichtigsten Staatschefs der Erde steht derzeit turnusgemäß unter französischer Präsidentschaft und soll unter anderem Möglichkeiten und Gefahren rund um das Internet thematisieren. Die Möglichkeiten für ein „zivilisiertes Internet“ soll dann erstmals zusammen mit den Riesen der Internetbranche am Rande des Treffens besprochen werden.

 

Neues Glasfaserfasernetz der Telekom kommt unter die Aufsicht der Bundesnetzagentur:
Die Deutsche Telekom plant mit Milliardeninvestitionen ein neues, sehr schnelles Glasfasernetz. Bis 2012 sollen 10% der deutschen Haushalte an Glasfaserleitungen angeschlossen werden, die Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 200 Megabit in der Sekunde ermöglichen. Nun hat die zuständige Regulierungsbehörde, die Bundesnetzagentur, entschieden, dass die Telekom das Netz für Wettbewerber öffnen muss. Mit Beginn der Vermarktung von Telekom-Anschlüssen dürfen dann auch die Konkurrenten über die Telekom-Leitungen hochauflösendes Fernsehen und andere Breitbanddienste anbieten. Die der Telekom zugute kommende Nutzungsgebühr dürfe zunächst frei ausgehandelt werden, müsse dann aber zur Prüfung der Netzagentur vorgelegt werden.

 

"Was wir erleben, ist eine zweite Internet-Revolution: Das Internet wird mobil"
Die Vielzahl an völlig neue Möglichkeiten und Diensten durch das mobile Internet hat das Potential, den Alltag der Nutzer grundlegend zu ändern. Laut dem Vorstandschef des Mobilfunkanbieters Telefónica O2, René Schuster, erleben wir – dadurch dass das World Wide Web mobil wird – derzeit eine zweite Internet-Revolution. Aufgrund neuer mobiler Geräte, zunehmender Verbreitung und neuen Möglichkeiten erwartet die Internet-Branche ein Boom-Jahr 2011. Auf der Internet-Konferenz „Digital, Life, Design“ in München wurden durchwegs optimistische Prognosen getätigt. Eine Vielzahl neuer Möglichkeiten wird beispielsweise auch von der Integration mobiler Geräte mit Techniken wie der Nahfeldkommunikation (NFC) erwartet, womit sich völlig neue Wege des Bezahlens eröffnen, die die Kreditkarte mittelfristig ersetzen könnten.

 

Verfallsdatums-Software für Bilder in sozialen Netzwerken:
Die neue Software "X-Pire" verschlüsselt Bilder, die dann mit einem festgelegten Verfallsdatum ins Internet gestellt werden. Ist das Verfallsdatum überschritten, lassen sich die Inhalte dann nicht mehr einsehen. Dies kann besonders auch in sozialen Online-Netzwerken sinnvoll sein. Laut dem verantwortlich zeichnenden Saarbrücker Informatik-Professor Michael Backes läst sich der „digitale Radiergummi“ demnächst auch auf andere Dokumente wie PDF-Dateien und auch ganze Websites ausweiten

 

Wikileaks-Alternative Openleaks ab Februar in der Testphase:
Der ehemalige Wikileaks-Aktivist Daniel Domscheit-Berg will im Februar mit der Testphase seines Alternativprojekts OpenLeaks starten. Dabei werde es zunächst eine begrenzte Zusammenarbeit mit sechs Nichtregierungs-Organisationen und Medien geben, bevor das Projekt dann später auch für weitere Partner geöffnet wird. Openleaks selbst soll dabei nur als technisches Werkzeug, als Plattform für unmoralische oder rechtswidrige Vorgänge dienen und keine eigene politische Agenda besitzen. Ausgewertet werden sollen die Inhalte von Organisationen, welche die jeweilige Materie kompetent einschätzen könnten.

 

Forschung und Technik:

 

Neuartige Nanodraht-Textilien als mobiler Stromspeicher für Kleidung:
Ein Team aus südkoreanischen und amerikanischen Wissenschaftlern hat eine Textilfaser entwickelt, die Strom speichern kann. Das Grundgerüst besteht aus Zinkoxid-Nanodrähte, die zusammen nur fünf Millimeter große elektrochemische Kondensatoren bilden. Diese werden dann auf Fasern der Kunststoffe Polymethylmethacrylat (PMMA = Plexiglas/Acrylglas) und Kevlar (z.B. kugelsichere Westen) aufgewachsen. Die Kondensatoren lassen sich dabei sehr schnell laden und wieder entladen, verfügen dabei über sehr hohe Kapazitäten und eine hohe Lebensdauer. Daher eignet sich die Faser hervorragend als Stromspeicher in Textilien und eröffnet dadurch ein riesiges Potential im mobilen Einsatzbereich.

 

Gegenschalltechnik erobert Alltagsgeräte:
Manche Haushaltsgeräte wie Staubsauger, aber auch Rasenmäher und Laubbläser sind sehr laut, sollen nun jedoch beträchtlich leiser werden. Dafür gibt es zwei Ansätze: Die Gegenlärm-Technik basiert auf einer destruktiven Interferenz. Ein Mikrofon nimmt die Schallwellen des Lärms auf, leitet sie an einen Prozessor weiter, der den entsprechenden um 180 Grad phasenverschobenen Gegenschall berechnet und über Lautsprecher abstrahlt. Dadurch werden die ursprünglichen Schallwellen zwar nicht ganz ausgelöscht, allerdings erheblich gedämpft. Der Antischall-Technik wiederum wird ein großes Potential bescheinigt, unterliegt aber größtenteils der Geheimhaltung. Arndt Niepenberg, Unternehmer und Experte: „Wie ein akustischer Kurzschluss verhindert der Antischall, dass der Schall überhaupt abgestrahlt wird.“ Dieses Verfahren setzt also direkt an der Schallquelle an, zum Beispiel am Luftausgangsstutzen im Automotor. Technisch sei dies kein Problem, da modernen Prozessoren so leistungsfähig sind, dass sie problemlos auf den 340 Meter pro Sekunde schnellen Schall reagieren können. In einigen Monaten sollen bereits die ersten dieser Systeme in größeren Maschinen, Anwendung finden und in wenigen Jahren dann auch unseren Alltag erobern.

 

Neue Synchrotronstrahlungsquelle in Dortmund eingeweiht:
Mit Hilfe hochintensiver Röntgenstrahlung, der so genannten Synchrotronstrahlung, lassen sich die kleinsten, d.h. atomaren Strukturen von Materialien, untersuchen. Dies ist für die Materialforschung elementar, findet aber auch in den Produktionsprozessen Eingang, wie Beispielsweise bei der Qualitätsprüfung von Stahl. In den vergangenen Jahren wurde nun an der TU Dortmund mit etwa einer Million Euro ein hochkomplexer Messplatz aufgebaut, eine so genannte Beamline zum Studium der atomaren Struktur von Materialien. Damit stehen jetzt an der Dortmunder Synchrotronstrahlungsquelle DELTA insgesamt sieben Beamlines für Nutzer aus der Wissenschaft und Industrie zur Verfügung. Mit Hilfe der neuen Beamline soll u.a. die Belastbarkeit und die Langzeit-Lebensdauer von Stahl untersucht werden (Rissbildung), sowie auch der piezoelektrischen Effekt, bei dem in bestimmten Materialien wie Quarz eine elektrische Spannung entsteht, wenn ein äußerer Druck aufgebaut wird, bzw. umgekehrt sich Materialien beim Anlegen einer elektrischen Spannung verformen. Dies findet bereits in der Industrie Anwendung, um feinste Bewegungen auszuführen. Weltweit würden derzeit nur zwei oder drei Forschergruppen an diesem Thema forschen.

 

Weltrekord für das schnellste Solarauto:
Ein an der University of New South Wales (Australien) entwickeltes Solarauto hat den bisherigen Geschwindigkeitsrekord geknackt. Sunswift IVy erreichte dabei allein mit seinen Siliziumsolarzellen eine offizielle Geschwindigkeit von 88 km/h (bislang: 79 km/h). Das Fahrzeug besteht überwiegend aus Kohlenstofffasern, um das Gewicht möglichst gering zu halten. Bei dem Global Green Challenge Rennen 2009 erreichte das damals siegreiche Auto laut Angaben der Entwickler sogar bereits eine (nicht offiziell bestätigte) Geschwindigkeit von 103 km/h.

 

Wissenschaft:

 

Kilogramm wird neu definiert:
Bislang beruht das Gewicht des Kilogramms auf einem Prototyp eines Metallzylinders, der sich seit 1889 unter Verschluss im Internationalen Maß- und Gewichtsbüro (BIPM) in der Nähe von Paris befindet und weltweit dutzendfach kopiert wurde. Diese werden jedoch mit der Zeit ein wenig leichter. Daher beraten nun in London internationale Wissenschaftler über eine neue Definition der Maßeinheit und über eine Formel, um das Standard-Kilogramm ohne Rückgriff auf ein physisches Objekt genau bestimmen zu können. Dies soll bis zur nächsten internationalen Konferenz über Gewichte und Maßeinheiten 2015 in Paris abgeschlossen werden. Das Ur-Kilo hat zwar über die Jahre nur ungefähr die Masse eines Sandkorns an Gewicht verloren. Da aber die Messungen immer genauer werden, benötigt die Wissenschaft auch genau definierte Maßeinheiten. Die mathematische Definition des Kilogramms soll mit Hilfe der Planck-Konstante der Quantenphysik bestimmt werden.

 

Himalaya-Gletscher teilweise mit natürlicher Wärmeisolierung:
Eine Studie der Universität Potsdam hat im Zeitraum von 2000 bis 2008 Geschwindigkeiten und Frontveränderungen von 286 Eiszungen der Himalaya-Gletscher auf einer Länge von 2000 Kilometern untersucht. Das Ergebnis fällt regional sehr unterschiedlich aus: Rund die Hälfte der Karakorum-Gletscher ist stabil oder dehnt sich sogar aus. Mehr als 70% der Gletscher in den übrigen Regionen ziehen sich dagegen zurück. Ausschlaggebend ist offenbar auch der Grad der Schuttbedeckung von zum Teil mehreren Dezimetern. Dieser wirkt wärmedämmend und verringert damit die Schmelzraten des darunter liegendes Eises.

 

Größtes Massensterben der Erdgeschichte aufgrund brennender Kohleflöze:
Vor rund 250 Millionen Jahren ereignete sich mit dem Beginn der Trias das wohl größte Massensterben der Erdgeschichte: Mehr als 90% aller Lebewesen in den Ozeanen und 70% aller Tier- und Pflanzenarten auf dem Land starben. Über die Ursachen rätseln Forscher schon lange. Meist war von einem großen Meteoriteneinschlag ausgegangen worden. Nun verdichten sich die Hinweise, dass eines der gewaltigsten vulkanischen Ereignisse der Erdgeschichte im heutigen Sibirien riesige Kohlevorkommen entzündeten. Die gigantischen über Jahre anhaltenden Aschewolken aus den Ausbrüchen und Bränden hätten sich dann über die Erde verbreitet und nicht nur die Atmosphäre vergiftet, sondern auch die Ozeane.
 

ElSchnuppero

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