Energie & Umwelt

Studie stützt Österreichs Sorgen wegen Sicherheitsmängel bei Isar-1

Die neue Studie "Schwachstellenbericht Siedewasserreaktoren Baulinie 69" im Auftrag der Landesregierungen Oberösterreich, Niederösterreich, Salzburg sowie der Umweltanwaltschaft Wien belegt Konstruktionsmängel für Siedewasserreaktoren der Baulinie 69, wie es das bayerische AKW Isar-1 nur 100 Kilometer von Österreichs Grenze entfernt ist. Isar-1 sollte ursprünglich 2011 vom Netz gehen, darf aber aufgrund der (von den Bürgern mehrheitlich abgelehnten) schwarz-gelben Laufzeitverlängerung darüber hinaus am Netz bleiben. Die neue Studie zeige nun laut der Tageszeitung ÖSTERREICH, dass die Sicherheitsmängel gefährlicher sind, als bislang angenommen. Von Anfang an hätten grobe Konstruktionsmängel bestanden: Vor allem der Reaktordruckbehälter weist durch seine Schweißnähte Sollbruchstellen auf. "Durch Nachrüstungsmaßnahmen können diese schwerwiegenden Konstruktionsmängel nicht ausgeglichen werden", so die Studie. Der verwendete Stahl ist ungeeignet: "Insbesondere hat der Stahl eine zu niedrige Zähigkeit." Die Auswirkung der Radioaktivität auf das Material ist nicht ausreichend berücksichtigt: "Sprödbrüche und damit katastrophales Versagen des Reaktordruckgefäßes wären schon bei höheren Betriebstemperaturen möglich."
Risikoforscher Wolfgang Kromp von der Universität für Bodenkultur: "Bei der Genehmigung des baugleichen Reaktors Zwentendorf in Österreich stellte sich heraus, dass das Reaktordruckgefäß nicht einmal den Anforderungen für gewöhnliche Druckgefäße laut Dampfkesselverordnung genügte." Österreich hat keinerlei Atomanlagen und reagierte auf die Laufzeitverlängerung in Deutschland äußerst besorgt. Zur Zeit streben viele Organisationen in der Alpenrepublik eine grenzübergreifende Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) nach EU-Recht an.
 

ElSchnuppero

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