„In petto haben“ – diese Redewendung taucht in vielen Alltagssituationen auf und sorgt stets für einen kleinen Moment der Überraschung.
Sie wird verwendet, wenn jemand etwas Besonderes bereithält, das noch nicht sichtbar ist, aber im entscheidenden Moment zum Vorschein kommt. Ob im beruflichen Umfeld, bei Gesprächen im Freundeskreis oder in familiären Situationen: Oft lohnt es sich, eine gute Idee, ein Argument oder einen Plan im Hintergrund parat zu haben. Genau das beschreibt diese sprachliche Wendung.
Besonders spannend ist, dass „In petto haben“ bis heute nichts von seiner Aktualität verloren hat und sowohl in der gesprochenen als auch in der geschriebenen Sprache lebendig genutzt wird.
Wer die Bedeutung dieser Redensart kennt, erweitert nicht nur seinen sprachlichen Ausdruck, sondern gewinnt auch an Verständnis für kulturelle Nuancen. In diesem Beitrag erfahren Sie alles über Herkunft, Anwendung und spannende Beispiele.
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Was bedeutet „In petto haben“? Bedeutung
Die Redewendung „In petto haben“ begleitet unsere Sprache seit Jahrhunderten und hat bis heute nichts von ihrer Strahlkraft verloren. Sie wird häufig in Gesprächen genutzt, wenn jemand andeuten möchte, dass er etwas vorbereitet hat, das noch nicht offenbart wurde. Damit ist sie ein Ausdruck für das Bereithalten einer Idee, eines Plans oder eines Vorteils, den man im richtigen Moment einsetzen kann.
Klare Definition der Redewendung
„In petto haben“ bedeutet, dass jemand etwas in Reserve hält, sei es ein Argument, eine Möglichkeit oder eine Überraschung. Es beschreibt eine Art stillen Vorrat, der nicht sofort sichtbar ist, aber im passenden Augenblick eingesetzt werden kann. Die Formulierung wird sowohl im beruflichen als auch im privaten Umfeld verwendet, etwa wenn jemand eine gute Idee erst später offenbart oder ein Ass im Ärmel zeigt.
Nebenbedeutungen und Bildsprache
Neben der Kernbedeutung hat die Redewendung auch eine bildhafte Dimension. Sie vermittelt das Gefühl, geheimnisvoll und vorbereitet zu sein, fast so, als ob man eine wertvolle Ressource im Inneren verborgen trägt. Sprachliche Variationen tauchen häufig in Formulierungen wie „noch etwas im Petto“ oder „immer etwas im Petto haben“ auf. Damit wird betont, dass es um eine dauerhafte Fähigkeit geht, nicht alles sofort preiszugeben.
Diese Bildsprache verstärkt den Eindruck von Weitsicht und kluger Zurückhaltung. Wer etwas „in petto“ hat, zeigt, dass er überlegt handelt und jederzeit auf eine verborgene Stärke oder einen cleveren Einfall zurückgreifen kann.
Die Geschichte hinter „In petto haben“ – Herkunft & Wandel
Die Redewendung „In petto haben“ ist nicht nur eine gängige sprachliche Wendung, sondern auch ein faszinierendes Stück Sprachgeschichte. Sie zeigt, wie sich Begriffe aus anderen Sprachen in den deutschen Wortschatz eingeschrieben und dort ihren festen Platz gefunden haben.
Ursprung aus dem Italienischen
Der Ausdruck geht auf das italienische Wort „petto“ zurück, das übersetzt „Brust“ bedeutet. „In petto“ meint also wörtlich „im Herzen“ oder „bei sich getragen“. Bereits im Mittelalter fand diese Formulierung Eingang in die deutsche Sprache, vor allem über kirchliche und diplomatische Kontexte.
Ein bekanntes Beispiel ist die katholische Kirche: Päpste hielten bestimmte Entscheidungen „in petto“, wenn sie sie zunächst geheim hielten und erst später öffentlich machten. Damit wurde die Redewendung eng mit dem Gedanken von Verborgenheit und innerer Vorbereitung verbunden.
Wandel der Bedeutung im Laufe der Zeit
Im Laufe der Jahrhunderte löste sich die ursprüngliche religiöse und offizielle Verwendung zunehmend. Heute wird „In petto haben“ in viel breiteren Zusammenhängen genutzt. Während es früher hauptsächlich auf streng vertrauliche Informationen oder noch nicht verkündete Beschlüsse angewendet wurde, beschreibt es inzwischen auch Alltagssituationen, in denen jemand eine Idee, einen Plan oder eine Reserve bereithält.
Auch in der Literatur des 18. und 19. Jahrhunderts taucht die Redewendung regelmäßig auf. Autoren wie Goethe oder Schiller bedienten sich bildhafter Formulierungen, um das Verborgene, das später enthüllt wird, sprachlich auszudrücken. In Theaterstücken wurde sie häufig genutzt, wenn Figuren Geheimnisse oder unerwartete Wendungen andeuteten.
Später fand die Redewendung auch Eingang in die Welt des Films. So agieren etwa die Figuren in „Der Pate“ (1972) mit Plänen und Strategien, die sie lange verborgen halten und erst im entscheidenden Moment ausspielen. Auch in „Ocean’s Eleven“ (2001) lebt die Handlung davon, dass Danny Ocean und sein Team mehrere Überraschungen „in petto“ haben, um den Casino-Raub gelingen zu lassen.
Bedeutung im Alltag und Anwendung von „In petto haben“
Die Redewendung „In petto haben“ ist weit mehr als ein sprachliches Schmuckstück. Sie vermittelt Werte, die tief in unserer Kultur verankert sind, und zeigt, wie Sprache das Denken und Handeln prägt. Gerade im Alltag entfaltet sie ihre besondere Wirkung, weil sie Situationen beschreibt, die jeder kennt: Etwas nicht sofort preiszugeben, sondern im richtigen Moment hervorzuzaubern.
Zwischen Vorbereitung und Überraschung
„In petto haben“ bedeutet, bewusst vorbereitet zu sein und gleichzeitig Raum für Überraschungen zu lassen. Wer etwas im Petto trägt, signalisiert Stärke, Gelassenheit und Selbstbewusstsein. Psychologisch steht diese Redewendung für das Vertrauen, dass nicht immer alles sofort auf den Tisch gelegt werden muss. Sie drückt aus, dass es klug sein kann, Ideen oder Pläne zunächst zurückzuhalten.
Dabei kann sie sowohl positive als auch neutrale Konnotationen haben. Positiv wirkt sie, wenn jemand ein hilfreiches Argument oder eine kreative Lösung in Reserve hat. Neutral oder leicht kritisch kann sie verstanden werden, wenn damit angedeutet wird, dass jemand bewusst Informationen zurückhält oder nicht sofort offen kommuniziert.
Typische Lebensbereiche für die Redewendung „In petto haben“
Besonders häufig taucht die Redewendung in Bereichen auf, in denen Strategie und Planung wichtig sind. Sie lässt sich in unterschiedlichen Lebenssituationen wiederfinden:
- Arbeitund Beruf: Ein Projektleiter, der im Meeting noch eine überzeugende Lösung in petto hat, verschafft sich einen Vorteil.
- Beziehungen: Auch im privaten Umfeld nutzen Menschen diese Redewendung, wenn sie etwa eine Überraschung für den Partner geheim halten.
- Motivation und Sport: Sportler können eine unerwartete Leistung oder Taktik in petto haben, die sie zum entscheidenden Zeitpunkt einsetzen.
- Kreativität und Kunst: Künstler oder Autoren nutzen oft Ideen, die sie zunächst im Hintergrund sammeln, um sie später in Projekten zu verwirklichen.
Diese Beispiele zeigen, wie vielseitig und anpassungsfähig die Wendung ist. Sie passt in zahlreiche Lebensbereiche und bleibt dadurch lebendig.
Alltagssituationen und moderne Nutzung
Im heutigen Sprachgebrauch wird „In petto haben“ sowohl in formellen als auch in informellen Gesprächen verwendet. Typische Alltagssituationen sind etwa:
- Jemand verrät bei einem Spieleabend erst im letzten Moment einen cleveren Zug.
- Ein Unternehmen stellt in einer Präsentation zusätzliche Fakten vor, die es bis dahin im Petto hatte.
- Eine Lehrkraft lobt Schüler, die stets eine unerwartete Antwort im Petto haben.
Damit zeigt sich: Die Redewendung ist keineswegs altmodisch, sondern wird auch heute noch gern genutzt. Sie vermittelt das Gefühl, dass Überraschungen und kreative Reserven eine Bereicherung für das Zusammenleben sind.
Missverständnisse und falsche Anwendungen
Wie viele Redewendungen kann auch „In petto haben“ missverstanden werden. Manche Menschen interpretieren sie ausschließlich im negativen Sinne, etwa als absichtliches Verschweigen. Das ist jedoch zu einseitig. Zwar kann ein falscher Gebrauch entstehen, wenn man sie mit Geheimhaltung verwechselt, doch im Kern geht es um positive Vorbereitung und Flexibilität.
Ein weiteres Missverständnis besteht darin, die Wendung wortwörtlich ins Bildliche zu übertragen. Wer nicht weiß, dass „petto“ ursprünglich „Brust“ bedeutet, kann den Ausdruck als willkürliche Metapher missverstehen. Hier zeigt sich die Bedeutung von Sprachbewusstsein: Wer die Herkunft kennt, versteht die feine Nuance besser.
Beispiele für „In petto haben“ im Alltag
Redewendungen entfalten ihre Kraft dann am stärksten, wenn sie greifbar in alltäglichen Situationen auftauchen. Die Redewendung „In petto haben“ ist dafür ein ausgezeichnetes Beispiel, weil sie sowohl in lockeren Gesprächen als auch in professionellen Kontexten elegant eingesetzt werden kann.
Prägnante Beispielsätze in verschiedenen Lebensbereichen
Um die Bandbreite dieser Redensart zu zeigen, helfen konkrete Sätze, die typische Kontexte widerspiegeln:
- Der Trainer hatte noch eine besondere Taktik in petto, die das Spiel drehte.
- Sie hatte im Bewerbungsgespräch noch eine zusätzliche Qualifikation in petto, die den Ausschlag gab.
- Er hielt für den Geburtstag seiner Frau eine romantische Überraschung in petto.
- Das Unternehmen hatte in der Präsentation noch spannende Innovationen in petto.
- Der Student hatte beim Referat eine kluge Antwort in petto, die alle beeindruckte.
- Nach der Kritik hatte die Künstlerin eine überzeugende Erklärung in petto.
- Im Urlaub hatten wir noch einen geheimen Ausflug in petto.
- Der Politiker hatte in der Debatte ein starkes Argument in petto.
- Die Band hatte zum Konzertende noch einen Überraschungssong in petto.
- Das Kind hatte beim Spiel einen unerwarteten Zug in petto.
Diese Sätze verdeutlichen, wie flexibel die Redewendung eingesetzt werden kann, um Vorbereitung, Überraschung und Cleverness auszudrücken.
Kurze und längere Dialoge mit der Redewendung
Noch deutlicher wird die Wirkung in Dialogen, weil dort die Lebendigkeit von Sprache sichtbar wird:
Dialog rund um eine Prüfung
A: „Hast du die Prüfung bestanden?“
B: „Ja, ich hatte noch ein Beispiel in petto, das den Prüfer überzeugt hat.“
Dialog aus dem beruflichen Alltag
A: „Du hast im Meeting wirklich alle überrascht.“
B: „Klar, ich hatte noch eine Statistik in petto, die meine Argumente untermauert hat.“
A: „Das war genau der richtige Moment, um sie zu bringen.“
Dialog aus dem Fußball
A: „Wie habt ihr das Spiel noch gewonnen?“
B: „Unser Trainer hatte eine völlig neue Aufstellung in petto.“
A: „Das erklärt, warum die Gegner plötzlich überfordert waren.“
B: „Ja, er hat sie bis zum Schluss geheim gehalten, und genau das hat uns den Sieg gebracht.“
Diese Beispiele zeigen, wie die Redewendung Situationen spannender und aussagekräftiger macht.
Prominente Verwendungen und kulturelle Bezüge
Auch in der Kultur, Literatur und Öffentlichkeit findet sich die Redewendung „In petto haben“. Autoren des 19. Jahrhunderts nutzten sie, um geheime Pläne von Figuren zu beschreiben. In politischen Reden taucht sie auf, wenn Strategien bewusst noch nicht offengelegt werden. Selbst in moderner Musik oder Filmdialogen lässt sich die Wendung gelegentlich entdecken, etwa wenn Charaktere eine Überraschung oder ein „Ass im Ärmel“ andeuten.
Durch diese breite Verwendung bleibt die Redewendung nicht nur lebendig, sondern wirkt auch zeitlos und anpassungsfähig. Sie passt zu alltäglichen Gesprächen ebenso wie zu öffentlichen Auftritten und verleiht jeder Situation einen Hauch von Spannung.
Die Redewendung „In petto haben“ auf Englisch
Auch im Englischen gibt es mehrere idiomatische Wendungen, die dem deutschen Ausdruck „In petto haben“ sehr nahekommen. Sie alle betonen das Bereithalten einer Idee, eines Plans oder einer Reserve, die noch nicht offen gezeigt wird.
Gängige englische Wörter für „In petto haben“
Besonders verbreitet sind folgende Formulierungen:
- to have something up one’s sleeve – bedeutet wörtlich „etwas im Ärmel haben“, sinngemäß identisch mit „In petto haben“.
- to keep something in reserve – beschreibt klar das Bereithalten einer Ressource.
- to have a backup plan – betont die Absicherung durch eine Alternative.
- to hold something back – wird genutzt, wenn jemand bewusst Informationen zurückhält.
- to keep something under one’s hat – bedeutet, etwas geheim zu halten.
- to save something for later – verweist auf den gezielten Einsatz zu einem späteren Zeitpunkt.
Alle diese Wendungen vermitteln die gleiche Grundidee: Vorbereitung und Zurückhaltung bis zum richtigen Moment.
Unterschiede in der Nutzung
Während „In petto haben“ im Deutschen meist einen leicht eleganten oder bildhaften Klang hat, wirken viele englische Varianten direkter und alltagsnäher. Besonders „to have something up one’s sleeve“ wird häufig in lockeren Gesprächen oder in Medien verwendet. Dagegen klingt „to keep something in reserve“ eher formell und wird in beruflichen oder strategischen Kontexten bevorzugt.
Damit zeigt sich, dass die Redewendung zwar nicht wortwörtlich ins Englische übertragbar ist, ihre Kernbedeutung jedoch klar verstanden und mit verschiedenen idiomatischen Ausdrücken wiedergegeben werden kann.
Vergleichbare deutsche Redewendungen und Aussagen zu „In petto haben“
Die Redewendung „In petto haben“ steht nicht allein im deutschen Sprachgebrauch. Es gibt zahlreiche andere Wendungen, die eine ähnliche Bedeutung transportieren und dennoch eigene Nuancen besitzen. Sie reichen von umgangssprachlich bis formell und zeigen, wie vielfältig das Thema „verdeckte Vorbereitung“ in unserer Sprache ausgedrückt wird.
- „Ein Ass im Ärmel haben“: Diese Redewendung ist der wohl bekannteste Verwandte. Sie stammt aus dem Kartenspiel und beschreibt das Bereithalten eines Trumpfs, den man im entscheidenden Moment ausspielt. Im Gegensatz zu „In petto haben“ wirkt sie stärker spielerisch und strategisch.
- „Etwas auf Lager haben“: Hier liegt der Fokus weniger auf Geheimhaltung, sondern auf dem Vorrat an Ideen oder Möglichkeiten, der jederzeit genutzt werden kann. Die Formulierung ist bodenständig und alltagstauglich.
- „Ein Geheimnis in der Hinterhand haben“: Diese Variante betont stärker den Aspekt der Zurückhaltung und Verschwiegenheit. Sie klingt geheimnisvoller und wird häufig in literarischen oder spannungsreichen Kontexten genutzt.
- „Etwas unter Verschluss halten“: Dieser Ausdruck wirkt formeller und hebt die bewusste Zurückhaltung von Informationen hervor. Er passt besonders in berufliche oder offizielle Zusammenhänge.
- „Noch einen Trumpf parat haben“: Ähnlich wie beim „Ass im Ärmel“ geht es hier um den entscheidenden Vorteil, der erst im passenden Moment eingesetzt wird. Die Wendung ist leicht verständlich und universell einsetzbar.
Diese Beispiele verdeutlichen, dass es viele sprachliche Alternativen gibt. Während „In petto haben“ eher elegant und bildhaft klingt, reichen die anderen Varianten von spielerisch bis sachlich. So kann jeder Kontext die passende Formulierung finden.
10 Sprüche mit „In petto haben“ für besondere Momente
Sprache gewinnt an Ausdruckskraft, wenn sie nicht nur nüchtern erklärt, sondern kreativ genutzt wird. Die Redewendung „In petto haben“ eignet sich hervorragend, um Gedanken, Pläne oder Überraschungen in einem bildhaften Ton auszudrücken. Gerade in Sprüchen wirkt sie besonders lebendig, weil sie klarmacht, dass Menschen mehr in sich tragen, als sie sofort preisgeben. Diese zehn Sprüche zeigen, wie vielseitig sich die Formulierung einsetzen lässt:
- Wer immer etwas Kluges in petto hat, überrascht zur rechten Zeit.
- Erfolg ist leichter, wenn man eine Reserve in petto hat.
- Große Ideen wirken stärker, wenn sie im richtigen Moment in petto sind.
- Manchmal reicht ein Gedanke, den man in petto hat, um eine Situation zu drehen.
- Gelassenheit bedeutet, stets eine Lösung in petto zu haben.
- Wer Hoffnung in petto trägt, findet auch in schweren Zeiten Kraft.
- Ein gutes Argument in petto öffnet Türen, die lange verschlossen waren.
- Vertrauen wächst, wenn Menschen Zuversicht in petto haben.
- Kreativität lebt davon, dass man immer eine Inspiration in petto hat.
- Ein wenig Humor in petto macht das Leben leichter.
Diese Sprüche verdeutlichen, wie vielseitig und inspirierend die Redewendung eingesetzt werden kann. Sie eignen sich sowohl für Gespräche als auch für Karten oder Social-Media-Beiträge, in denen ein prägnanter Ausdruck den entscheidenden Unterschied macht.
„In petto haben“ ist als Redewendung auch heute noch zeitlos und wertvoll
Die Redewendung „In petto haben“ begleitet die deutsche Sprache seit Jahrhunderten und hat bis heute nichts an Bedeutung verloren. Sie steht für kluge Vorbereitung, stille Reserven und den richtigen Moment, um das Verborgene sichtbar zu machen. Ob im Beruf, in Beziehungen oder in kreativen Prozessen – der Ausdruck zeigt, dass es hilfreich ist, nicht alles sofort preiszugeben, sondern mit Bedacht zu handeln.
Ihre Relevanz liegt gerade darin, dass Menschen in einer komplexen Welt mehr denn je davon profitieren, Pläne und Ideen flexibel einzusetzen. Wer etwas im Hintergrund bereithält, wirkt souverän, vorausschauend und manchmal auch angenehm überraschend.
Wann haben Sie zuletzt etwas „in petto“ gehabt? Vielleicht ein Argument, eine kreative Idee oder eine kleine Geste, die Wirkung zeigte. Überlegen Sie, in welcher Situation Sie die Redewendung künftig für sich nutzen könnten – im Gespräch, im Alltag oder im beruflichen Austausch.
Häufige Fragen (FAQ) zur Redewendung „In petto haben“
„In petto haben“ bedeutet, dass jemand etwas vorbereitet oder in Reserve hält, das er im passenden Moment zum Vorschein bringt. Dies kann eine Idee, ein Plan, ein Argument oder eine Überraschung sein. Die Redewendung beschreibt also eine verborgene Stärke oder Ressource, die nicht sofort sichtbar ist. Sie wird in vielen Alltagssituationen verwendet, um kluge Zurückhaltung und gute Vorbereitung zu verdeutlichen.
Die Redewendung „In petto haben“ stammt ursprünglich aus dem Italienischen. Das Wort „petto“ bedeutet Brust. Wörtlich übersetzt meint es „im Herzen tragen“ oder „bei sich verborgen haben“. Schon im Mittelalter wurde der Ausdruck in kirchlichen und diplomatischen Kontexten genutzt. Später fand er Eingang in die deutsche Alltagssprache und wird heute allgemein für das Bereithalten von Ideen, Plänen oder Überraschungen verwendet.
Man verwendet „In petto haben“, wenn man ausdrücken möchte, dass jemand etwas vorbereitet hat, das erst später zum Einsatz kommt. Typisch ist dies im Beruf, wenn ein Argument im Meeting zurückgehalten wird, oder privat, wenn eine Überraschung geplant ist. Die Redewendung betont, dass es sinnvoll sein kann, nicht alles sofort preiszugeben, sondern den richtigen Zeitpunkt für den Einsatz abzuwarten.
Es gibt mehrere Synonyme, die die Bedeutung von „In petto haben“ widerspiegeln. Dazu gehören „ein Ass im Ärmel haben“, „etwas in Reserve haben“, „etwas auf Lager haben“ oder „einen Trumpf parat haben“. Alle Varianten beschreiben das Bereithalten einer Idee oder eines Vorteils. Je nach Kontext können diese Redewendungen spielerischer, sachlicher oder strategischer wirken, unterscheiden sich aber nur leicht in Nuancen von der Grundbedeutung.
Ja, die Redewendung „In petto haben“ wird auch heute noch regelmäßig verwendet. Sie gilt zwar als eher bildhaft und etwas gehoben, ist aber keineswegs veraltet. In der modernen Sprache taucht sie sowohl im privaten als auch im beruflichen Kontext auf. Durch ihre Vielseitigkeit bleibt sie lebendig und wirkt elegant, wenn man betonen möchte, dass man vorbereitet ist und etwas Wertvolles im Hintergrund bereithält.
Einige typische Beispiele für „In petto haben“ sind: „Der Trainer hatte noch eine Taktik in petto“, „Sie hatte im Bewerbungsgespräch ein Argument in petto“ oder „Er hatte für den Geburtstag eine Überraschung in petto“. Diese Sätze verdeutlichen die Kernbedeutung der Redewendung: etwas vorzubereiten, ohne es sofort zu offenbaren, und es erst im entscheidenden Moment zu nutzen.
Die Redewendung „In petto haben“ vermittelt Werte wie Weitsicht, Gelassenheit und kluge Vorbereitung. Sie steht für die Fähigkeit, nicht alles sofort offenzulegen, sondern im passenden Moment die richtige Idee oder Lösung einzubringen. Dadurch drückt sie ein positives Bild von Strategie, Ruhe und innerer Stärke aus. Wer etwas im Petto hat, wirkt souverän und handlungsfähig, ohne überhastet zu wirken.
„In petto haben“ betont den Aspekt des Verborgenen und Überraschenden, während „auf Lager haben“ eher nüchtern und praktisch klingt. Wer etwas „auf Lager hat“, zeigt, dass er über Vorräte oder Ideen verfügt. „In petto haben“ hingegen klingt eleganter und geheimnisvoller und wird meist in Situationen genutzt, in denen Vorbereitung und kluge Zurückhaltung im Mittelpunkt stehen.
Ja, im Englischen gibt es mehrere Entsprechungen zu „In petto haben“. Am gebräuchlichsten ist „to have something up one’s sleeve“. Weitere Varianten sind „to keep something in reserve“, „to save something for later“ oder „to have a backup plan“. Sie alle beschreiben, dass jemand vorbereitet ist und eine Möglichkeit bereithält, die erst später eingesetzt wird. Unterschiede bestehen in Formalität und Alltagsnähe.
Grundsätzlich ist „In petto haben“ positiv besetzt, da es Vorbereitung und kluge Planung ausdrückt. In manchen Kontexten kann es jedoch auch kritisch wirken, etwa wenn jemand bewusst Informationen zurückhält oder Überraschungen als Täuschung empfunden werden. Der Tonfall und die Situation entscheiden also darüber, ob die Redewendung als starkes Signal von Weitsicht oder als Ausdruck von Zurückhaltung gedeutet wird.
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Cover-Bild: © AGITANO



